Blumengruß

Wenn es um die schönste Sprache der Welt geht, versagt selbst der Sprachcomputer. Blumen und ihre spezifische Bedeutung hat der novum Verlag rechtzeitig zum Muttertag recherchiert.

Der Muttertag steht kurz bevor und mit ihm die ewige Frage nach dem perfekten Präsent. Und ob man nun Befürworter oder Verweigerer der mütterlichen Zwangsbeglückung ist, an einer kleinen Aufmerksamkeit kommt man kaum vorbei. Der materielle Aspekt muss am Muttertag aber keinesfalls ausarten. Nächstenliebe drückt man auch mit einer bescheidenen Botschaft angemessen aus. Denn mit gefühlvollen Geschenken verhält es sich ähnlich wie mit Bilderrahmen – nicht die Größe zählt, sondern die Geschichte. Wem es am nötigen, schriftstellerischem Vermögen fehlt um seine Worte auf Papier auszudrücken, der sollte auf Blumen zurückgreifen.

Florierende Sprache

Der Blumenstrauß verwelkt zwar in mancher Wahrnehmung zum Geschenk der Einfallslosen. Dabei handelt es sich aber wohl eher um Beiwerk einer blühenden Fantasie. Schon so mancher Strauß sagte mehr als jedes Gedicht. Historisch betrachtet soll sich die Sprache der Blumen sogar schon bei den alten Ägyptern bewährt haben. In den europäischen Raum wurde die schönste Sprache der Welt etwa Anfang des 18. Jahrhunderts überliefert. Ihre Wurzeln hat die Blumensprache in der Türkei, weshalb sie in Fachkreisen auch mit dem wohlklingenden Wort „Selamlik“ bezeichnet wird. Als „Selamlik“ wurden in der Türkei einst jene Teile eines Hauses bezeichnet, die für die breite Öffentlichkeit zugänglich waren – und dieser wahrscheinlich auch in entsprechender Blühpracht begegneten. Im Laufe der Geschichte ist die „Selamlik“ zu einer Bildsprache mit komplexen Mustern verwachsen. Heute steht sie mit vielfältigen Botschaften in voller Blüte und wartet nur darauf verbalisiert zu werden.

In der floralen Sprache bilden aber nicht nur die Blumen die Buchstaben. Ist die Blume das Vokabel, so sind ihre Farben Punkt und Beistrich. Darüber hinaus haben selbst die Anzahl, die Vegetationsphase und das Blütenband einer bestimmten Blumenart im Strauß eine eigene Bedeutung. Sagt man es mit Blumen, kann man also durchaus auch das Falsche sagen. Zum Beispiel kann man der Angebeteten mit einer Nelke wahlweise schmeicheln oder sie in die Flucht schlagen. Denn bei der Nelke kommt es auf die Farbe an. So steht die weiße Nelke für die Sprachnachricht: „Ich bin noch zu haben“, während die gelbe Nelke mit der Verlautbarung, „Ich verachte Dich“, eine eindeutige Sprache spricht.

Ein bunter Strauß aus Botschaften

Damit der botanische Gruß zum Muttertag nicht zum Wildwuchs verkommt, jäten wir vom novum Verlag mit einer kleinen Sprachfibel das Unkraut. Besonders Beherzte können aus einem bedachten Blumengesteck sogar ganze Liebesbriefe flechten. Bestückt mit einer kleinen Übersetzung wächst der Blumenstrauß so zum perfekten Geschenk heran – und schlägt immergrüne Wurzeln, die ewig währen.

Blumen und ihre Bedeutung

Akelei: Du bist schwach.

Anemone: Ich schätze deine Nähe.

Aster: Du hintergehst mich.

Amaryllis: Du bist ein wundervoller Freund.

Belladonna: Du bist betörend.

Blaustern: Bitte vergib mir.

Calla: Du bist wunderschön.

Chrysantheme: Ich bin noch ungebunden.

Dahlie: Ich bin glücklich vergeben.

Distel: Du bist mir gefährlich.

Erika: Mit Dir will ich mein Leben verbringen.

Flieder: Ich bin verliebt in Dich.

Freesie: Ich will mein ganzes Glück mit Dir teilen.

Gerbera: Es stimmt mich froh Dich zu kennen.

Gladiole: Du bist sehr stolz.

Ginster: Ich bin Dir treu ergeben.

Goldlack: Ich sehne mich nach Dir.

Heckenrose: Du hast mich verzaubert.

Hibiskus: Du bist eine zarte Blüte.

Hortensie: Du bist eingebildet.

Iris: Ich glaube an Dich.

Jasmin: Du bist liebenswürdig.

Kirschblüte: Du bist wohlerzogen.

Klatschmohn: Ich bin da für Dich.

Klette: Du klammerst.

Kornblume: Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Malve: Du bist meine beste Freundin.

Margerite: Ich verberge meine Gefühle vor Dir.

Narzisse: Du bist selbstverliebt.

Orangeblüte: Du bist selbstlos.

Orchidee: Du bist begehrenswert.

Passionsblume: Du bist aufopfernd.

Primel: Du bist mein ganzes Glück.

Ringelblume: Deine Lebensfreude ist ansteckend.

Rittersporn: Mit Dir kann man Pferde stehlen.

Rose: Ich liebe Dich bedingungslos.

Schneeglöckchen: Du bist meine Hoffnung.

Sonnenblume: Du strahlst so schön.

Stiefmütterchen: Du bist sanftmütig.

Tuberose: Du bist wollüstig.

Veilchen: Du bist bescheiden.

Vergissmeinnicht: Vergiss mich nicht.

Zypresse: Ich bin unglücklich mit Dir.

Für überbordende Gefühle beschenkt man seine Mutter am besten mit einem Mix aus mehreren Botschaften. Doch Vorsicht ist auch hinsichtlich der Farbwahl der einzelnen Blume geboten. So können Rosen in Orange für Geborgenheit stehen, während die rote Rose Leidenschaft und die gelbe Rose Untreue ausdrückt. Und auch die Tulpen haben ihre Tücken. So versprechen rosa Tulpen frisch verliebtes Liebesgeflüster, während gelbe Tulpen Freundschaft und rote Tulpen Verbundenheit repräsentieren.

Für alle, denen die bunt umflorten Grußformeln nun doch etwas zu kompliziert geworden sind, empfiehlt sich immer noch das allseits beliebte, selbst geschriebene Gedicht. Inspirationen für Muttertagsgedichte finden Sie hier.

 Und welche Blumen verschenken Sie zum Muttertag? Hinterlassen Sie uns Ihre Blumenbotschaft in den Kommentaren!

Lassen Sie Ihrer Tastatur freien Lauf!


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