Die Poesie der Katze

Was haben Hemingway, Kästner und Stephen King gemeinsam? Ihre Musen! Wie Katzen ihre Schriftsteller zum Schnurren bringen, verraten wir zum Welttag der Katzen.

Schreiben ist mitunter eine recht einsame Angelegenheit. Die Fantasien im Kopf können noch so wilde Formen annehmen, die Gedanken wüst und urwüchsig sein – im wirklichen Leben ist man mit sich alleine. Ausufernde Gedanken werden eben in stillen Gewässern geboren.

Gut, dass es Gefährten gibt, die die Einsamkeit am Schreibpult ein wenig erträglicher machen. Still und geduldig harren sie dem Sinnieren des Schriftstellers. Manchmal schnurren sie Fiktion und Wahrheit in eine sanfte Klangkulisse. Doch manchmal ist das auch erwünscht, wie Erich Kästner, Ernest Hemingway oder Jorge Luis Borges unzweifelhaft beweisen. Denn Stil und Genre ungeachtet, haben die großen Literaten alle eines gemeinsam: ihre tiefe Verbundenheit mit Katzen.

Mit der Mensch-Katze-Beziehung haben sich außer akkuraten Schriftstellern schon manche Forscher beschäftigt. Die Wissenschaft wollte zum Beispiel wissen, welche Persönlichkeitsmerkmale so genannte, selbst ernannte Katzenmenschen als solche prädestinieren. Spannend sind unter anderem die Erkenntnisse von Samuel Gosling von der University of Texas in Austin. Der Psychologe fand in einer Onlinebefragung von mehr als 4.500 Probanden heraus, dass Menschen mit Affinität zu Katzen ganz charakteristische Merkmale in ihrem Persönlichkeitsmodell aufweisen. So sollen die Katzenfanatiker laut dem Onlinemagazin Spektrum mehr Punkte in den Bereichen Offenheit erzielen. Fantasie, Experimentierfreude und Reflexion sind besonders stark ausgeprägt. Gleichzeitig weisen Menschen mit einer Schwäche für Katzen aber auch einen hohen Grad an Neurotizismus auf. Neurotizismus bezeichnet in diesem Zusammenhang die Tendenz zu Nervosität, Traurigkeit, Melancholie und Ängsten. Übertragen auf die seltsame Anziehungskraft zwischen Katzen und Schriftstellern wundert das Testergebnis wenig. Denn versucht man das Wesen eines Schriftstellers zu beschreiben, so wird man wohl die ein oder andere Übereinstimmung mit oben genannten Zügen aufspüren.

Katzen und ihre Schriftsteller

Die These mag wie ein Klischee anmuten. Ihr wissenschaftliches Fundament ist quasi nicht gegeben. Doch dass Schriftsteller eine ganz außergewöhnliche Beziehung zu ihren Gefährten auf vier Pfoten pflegen, ist geschichtlich unumstritten. Wir vom novum Verlag haben rechtzeitig zum Weltkatzentag am 8. August fünf der schönsten Beziehungskonstellationen zwischen Autor und Autorenmuse recherchiert:

  • Jorge Luis Borges: Eine magische Anziehungskraft übten die Gesellen auf vier Pfoten sein Leben lang auf den argentinischen Schriftsteller und Bibliothekar Jorge Luis Borges aus. Von seiner Liebe künden unzählige Portraits von Borges, die ihn in Gesellschaft seiner haarigen Gefährten zeigen.
  • Angelika von Schrobsdorff: Mit bis zu 20 Katzen soll die deutsche Schriftstellerin sich ihr Domizil nahe an der Altstadt Jerusalems geteilt haben. In der Gesellschaft ihrer Katzen vollbrachte sie Werke wie „Jerusalem war immer eine schwere Adresse“ oder „Jericho. Eine Liebesgeschichte“.
  • Ernest Hemingway: „Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben zu gehen, ohne Lärm zu machen“, hat Ernest Hemingway über seine Katzen gesagt. Etwa 60 Samtpfoten – allesamt Nachfahren seiner Katze „Snowball“ – tummeln sich auch heute noch auf seinem Anwesen in Key West, Florida. Mehr zu Hemingways Katzentempel erfahren Sie hier.
  • Stephen King: Katzen sind ein wiederkehrendes Motiv in den Drehbüchern und Büchern von Bestsellerautor Stephen King. Es soll sogar eine streunende Katze gewesen sein, die ihn zu seinem Drehbuch für „Katzenaugen“ inspiriert hat.
  • Erich Kästner: Was haben Pola, Butschi, Lollo und Anna gemeinsam? Sie alle waren nicht nur in Erich Kästners Wohnsitz, sondern auch in seinen Büchern zu Hause. Die witzigsten Anekdoten zu seinen Hauskatzen teilte der Schriftsteller in seinem Buch, „Meine Katzen“, mit seinen Lesern. So aß Pola am liebsten grüne Bohnen, während Butschi stolze acht Kilo auf die Waage brachte und Anna so manches Stelldichein mit dem Schriftsteller genoss.

Die Liebe der Schriftsteller zu ihren Katzen hat sich außerdem im Genre der Katzenkrimis manifestiert. Noch mehr Cat Content finden Sie zum Beispiel in „Die gestreifte Katze“ von Verlagsautor Erich Wullschleger oder im Katzenkrimi „iCats Kamikatze“ von Kerstin Fielstedde. Und welche Erfahrungen haben Sie schon mit Katzen und ihren Schriftstellern gemacht?

Lassen Sie Ihrer Tastatur freien Lauf!

 

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