Emojis – die Hieroglyphen der Neuzeit?

Aus unserer Alltagskommunikation sind Emojis nicht mehr wegzudenken. Die kleinen praktischen Ideogramme werden in fast jede Nachricht eingebaut und erweitern unsere Kommunikationsmöglichkeiten. Bereits vor knapp drei Jahren ist „Book from the Ground“ erschienen, der erste und auch ernstzunehmende Roman, der ausschließlich in Emojis geschrieben wurde. Wer sich selber als Emoji-Geschichtenschreiber versuchen möchte, kann dazu den Emojiprinter auf https://emojiprinter.com/nifyuo verwenden. Doch so neu ist die Idee, aus „Bildern“ eine Geschichte zu schreiben, gar nicht. Schließlich haben bereits antike Kulturen diese Form der Kommunikation verwendet. Lassen Sie uns gemeinsam eine kleine Reise zurück zu den Anfängen der Emojis unternehmen.

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In Mesopotamien löste die Keilschrift um 2700 v. Chr. die bis dahin verwendeten stilisierten piktografischen Zeichen ab. Dazu wurden mit einem Keil, auch Schreibgriffel genannt, Zeichen in den noch weichen Ton gedruckt. Zur gleichen Zeit entwickelten die Ägypter die berühmten Hieroglyphen. Ursprünglich waren die Hieroglyphen nur eine reine Bildschrift. Erst später wurden Konsonanten- und Sinnzeichen hinzugefügt und schließlich bestand die Hieroglyphenschrift aus Lautzeichen (Phonogrammen), Bildzeichen (Ideogrammen) und Deutzeichen (Determinativen).

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Doch von den Ideogrammen der Ägypter bis hin zu den heutigen Emojis war es noch ein langer Weg. Vorerst vollzog sich die Entwicklung des Papiers. Wurde bis dahin lediglich auf Stein oder Ton geschrieben, so konnten dank Papyrus, Leder und Leinen nun kunstvolle und kolorierte Bilder beschrieben werden. Schließlich fand die Schrift den Weg nach Europa. Die ersten europäischen Schriften waren die griechische, die lateinische und die kyrillische Schrift. Aber auch die Germanen nutzten Runen bereits sehr früh, um sich zu verständigen. Die älteste überlieferte Runenreihe wurde von nordgermanischen Stämmen schon vor dem 3. Jahrhundert verwendet und bestand, ähnlich wie unser heutiges Alphabet, aus 24 Zeichen, die in drei Abschnitte eingeteilt waren.

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Durch die Etrusker, die ebenfalls ihre eigene Schrift entwickelten, kam das griechische Alphabet zu den Römern. Die Unterscheidung von Groß- und Kleinbuchstaben erfolgt erst seit der Renaissancezeit. Im Zuge der Rückbesinnung auf die griechische und römische Klassik versuchten italienische Schriftgelehrte, ihren Zeichen ein antikes Aussehen zu verleihen. Um handschriftliche Dokumente einfacher zu vervielfachen, erfand der Prototypograph Johannes Gutenberg um 1450 den mechanischen Buchdruck mit beweglichen Lettern (Typographie). Doch erst durch den Venezianer Aldus Manutius wurde die Typographie ab 1495 kultiviert und folgte erstmals philologischen Regeln wie Grammatik, Orthographie und systematischer Groß- und Kleinschreibung.

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Im Laufe der Jahrhunderte durchlief die Schrift wesentliche Veränderungen, verschiedene Schriftarten wurden entwickelt und Druckermaschinen optimiert. Aus diesen Entwicklungen entstand schließlich der Zeitungsdruck. Die ersten Schreibmaschinen wurden im 19. Jahrhundert erfunden und seit der Erfindung des Computers wiederum nach und nach aus dem Alltag verdrängt. Bestand der erste Computer noch aus Frauen, die komplexe Rechnungen in kleine Teilschritte zerlegten und berechneten, so etablierten sich nach 1960 durch die Büroautomatisation relativ schnell die ersten Textverarbeitungssysteme und professionelle Schreibautomaten.

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Durch die Einigung auf eine universelle Computer-Weltsprache 1991 ließen die ersten Smileys nicht lange auf sich warten. „Unicode“, so der Name der universellen Computer-Weltsprache, besteht aus Buchstaben, Zeichen, Zahlen, Symbolen, arabischen Schriftzeichen und Smileys. Die Unicodes funktionieren auf jedem PC der Welt, mit jeder Tastatur und jeder Spracheinstellung. Dadurch fanden die Emojis, wie wir sie heute kennen, auch Einzug auf unseren Smartphones und iPhones.

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Aber auch wenn Emojis recht praktisch sind und uns die Kommunikation vereinfachen und versinnbildlichen, so werden sie doch nie reine Textbücher ablösen können, oder was meinen Sie?

 

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