Warum ein Buch mehr kosten sollte als ein Abendessen für zwei

SZENARIO 1: Sie gehen mit Ihrem Schatz abends in Ihr Lieblingsrestaurant und bestellen je ein Hauptgericht mit Beilage oder Salat und noch ein Getränk dazu. Egal ob Steak, Fisch oder Pizza – im Endeffekt bezahlen Sie mit den Getränken über 25,- EURO.

SZENARIO 2: Sie gehen in eine Buchhandlung und finden ein ansprechendes Hardcover Buch. Sie blättern ein wenig darin und prüfen den Preis. 25,- EURO – wenn Sie jetzt denken, dass das zu teuer für ein Buch ist, dann lesen Sie bitte weiter.

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Heute wie damals

Im Jahr 1999, vor der Umstellung auf den Euro, kostete ein Taschenbuch 18,80,- D-Mark und ein Hardcover durchschnittlich 45,- D-Mark. Bei der Umstellung wurden die Buchpreise gesenkt und ein Taschenbuch konnte schon für 9,99,- EURO erworben werden. Kommt Ihnen diese magische Buchpreisgrenze bekannt vor? Das liegt wohl daran, dass sich die Buchpreise seit fast 20 Jahren nicht verändert haben. Während die Preise für alle Lebensbereiche ständig stiegen, hat es die Buchbranche versäumt, die Preise für Bücher anzupassen.

Derzeit versucht das Institut Nymphenburg durch eine Studie herauszufinden, ob höhere Preise von den Lesern, also den Kunden, angenommen werden. Durch die Studie soll auch erforscht werden, warum man bereitwillig 25,- Euro für ein Essen für zwei bezahlt, aber bei einem Buch für den gleichen Preis vor dem Kauf zurückschreckt. „Von einem Buch hat man wesentlich länger etwas“, merkte Nele Neuhaus an, als sich die Interessengruppe unabhängiges Sortiment (IGuS) im Ullstein-Haus zum Jahrestagung des Arbeitskreises am 30. April und am 1. Mai traf. Die Preisdiskussion war nur einer von vielen Programmpunkten der insgesamt 50 Buchhändler und ihrer Gäste aus Verlagen und Barsortimenten.

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Klar ersichtlich ist, dass Bücherpreise angehoben werden müssen. Viele Buchhändler nehmen gar keine Bücher mehr für 9,99,- Euro oder weniger in ihr Programm auf, weil sie nach ihrer Kalkulation nichts mehr daran verdienen. Eine Anhebung der Durchschnittspreise um zehn Prozent ist eigentlich unumgänglich. Durch die Einführung von E-Books wurde noch mal enormer Druck auf die Buchbranche ausgeübt. Mit den derzeitigen „Aldi-Preisen“ für Bücher kann die Qualität von Büchern zukünftig aber nicht mehr gehalten werden. Die Buchpreise müssen also angehoben werden, um das Fortbestehen der Verlage, Barsortimente, Buchhandlungen sowie des Buchmarktes an sich zu sichern. Uneinig ist sich die Buchbranche über das Wie.

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Freude versus Preis

Denn wie sollen die Preise angehoben werden, ohne den Kunden zu verärgern und ihn zu bevormunden? Es gilt die Wertigkeit des Buches besser zu kommunizieren, und 99-Cent-Summen für Bücher zu verbannen. Dem Kunden muss bewusst werden, welche Arbeit hinter einem Buch steckt. Die spontane und emotionale Freude muss beim Kauf eines Buches größer sein als der kurzfristige Schmerz, Geld auszugeben. Ein weiteres Problem ist, dass Kunden eher für dicke Bücher als für dünne Werke bereit sind, tief in die Tasche zu greifen. Dabei muss dem Kunden kommuniziert werden, dass der Preis nicht vom Gewicht, sondern von der Ausstattung, also vom Inhalt abhängig ist.

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Vorreiterrolle

Beim novum Verlag befassen wir uns tagtäglich mit der Problematik, einen für alle Beteiligten idealen Buchpreis zu finden. Dabei versuchen wir stets, einen marktkonformen Preis zu erzielen, an dem nicht nur wir, sondern auch die Buchhändler und vor allem unsere Autorinnen genügend verdienen können – ein ideales Preis-/Leistungsverhältnis ist unser Ziel. Die Qualität unserer Bücher und die Zufriedenheit unserer Leserinnen sind für uns das wichtigste! Aber genauso bedeutsam ist, dass wir durch unsre Preise auch die Vertriebswege zu den Buchhandlungen sichern, um einen optimalen Verkaufserfolg gewährleisten zu können.

 

 

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