Once upon a time…

Von Ägypten über China bis Europa: Das Buch in seiner heutigen Form verdanken wir einer jahrhundertelangen Evolution, geprägt von Macht, Religion und Erfindungsgeist. Rechtzeitig Zum Weltgeschichtentag am 20. März 2016 zeichnet der novum Verlag die Geschichte des Buchdrucks nach und zeigT, wie der Buchdruck heute abläuft.

geschichte des buchdrucks

Bereits die Ägypter taten es: Das Einprägen von Schriftzeichen etwa in Gefäße oder Ziegel aus Ton zur Übermittlung oder Aufzeichnung von Ereignissen und Tatsachen ist der primitive Vorläufer der Geschichte des Buchdrucks. Cicero war es, der mit der Zusammensetzung einzelner geschnitzter oder gegossener Buchstaben als erster das Prinzip des Typensatzes formulierte. Bis zu dessen Erfindung sollte allerdings noch mehr als ein Jahrtausend vergehen.

Einem Haus eine Bibliothek hinzuzufügen heißt, dem Haus eine Seele zu geben.
Marcus Tullius Cicero


Man schrieb das Jahr 593 nach Christus
, als der chinesische Kaiser Wen Di die Sammlung aller noch nicht publizierter Schriften befahl, um sie in Holz schneiden, drucken und verbreiten zu lassen. Diese Technik beschreibt den sogenannten Holztafeldruck, einen weiteren Vorläufer des Buchdrucks, mit dem es erstmals möglich war, große Mengen an Informationen zu vervielfältigen.

Das Genie Gutenberg UNd die Geschichte des Buchdrucks

Schließlich war es der Mainzer Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, der dem Buchdruck, wie wir ihn heute kennen, den Weg ebnete. Der Schriftguss, Gutenberg schnitt seine Typen in Metall und formte sie für den Guss, war dabei ebenso seine Erfindung wie die Druckfarbe, die er für seine Zwecke adaptierte, und die Druckpresse selbst. Die beweglichen Lettern waren geboren. Seine erworbene Kunst setzte der Erfinder in erster Linie für den Druck von Bibeln in lateinischer Sprache ein – die älteste Gutenberg Bibel datiert auf das Jahr 1451.

In den folgenden Jahrzehnten entstanden in Europa die ersten Druckereien. Ablassbriefe, Kalender, Bücher, aber auch der Druck der Schriften Martin Luthers machten den Großteil der Auflagen aus. Jedoch haben die Zahlen von damals sehr wenig mit heutigen gemein: Damals wurden durchschnittliche Auflagen von etwa 200 Stück erreicht.

buchdruck

Revolutionäres Setzverfahren

Die Praxis, mit von Hand gesetzten beweglichen Lettern zu drucken, änderte sich erst mit der Einführung von Setzmaschinen, speziell der Linotype Setzmaschine ab 1886, mit der die Geschichte des Buchdrucks praktisch neu geschrieben wurde. Von nun an konnten einzelne Lettern und Textzeilen beliebig kombiniert werden, was Verlagen und Zeitungen unvergleichlich mehr Freiraum bot und den Buchmarkt erheblich ankurbelte. Die Auflagenzahlen stiegen kontinuierlich um ein Zigfaches an und der internationale Buchmarkt etablierte sich – auch, wenn es wenig romantisch klingt – als wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Heute werden Bücher entweder im Offsetdruck (mittels Druckplatten bzw. Druckvorlagen ähnlich wie früher) oder im Digitaldruck produziert. Letzterer ist hauptverantwortlich dafür, dass Bücher heute rasch, unkompliziert und sehr preiswert auch „on Demand“ (also auf Verlangen bzw. Wunsch des Kunden) gedruckt werden können.

novum verlag blog

Die Zukunft heißt Digitaldruck

Werfen wir einen Blick in die Zukunft, ist klar erkennbar, dass der Digitaldruck weiter an Bedeutung gewinnen wird. Dass der Buchhandel weltweit mehrere Milliarden Euro jährlich an Umsatz verzeichnen kann ist nämlich nicht nur unzähligen Literaturverliebten und Bibliophilen geschuldet, sondern auch der Technik des Digitaldrucks zu verdanken. Ebenfalls sicher ist, dass der Buchmarkt – zur Freude aller Lesefreunde – weiter wächst und uns auch weiterhin mit den Hochgenüssen der Literatur verwöhnen wird.

Unbeantwortet und offen bleibt lediglich die Frage, welche Evolutionsstufe im Buchdruck nach uns kommende Generationen erleben werden. Doch bis es soweit ist, erfreuen wir uns an unserer Passion für große Worte und genießen, was es zu genießen gilt – oder schreiben selbst ein paar Zeilen, um die Geschichte des Buchdrucks mit eigener Feder fortzuführen.

Lassen Sie Ihrer Tastatur freien Lauf!

Ihr novum Verlag

2 Gedanken zu “Once upon a time…

  1. Fahrenheit 4 51

    Bücher verbreiten das Wissen. Diese Verbreitung war nicht im Sinn der Kirche und weltlicher Potentaten. Sie glaubten, nur die Eingeweihten, sprich Mitläufer ihrer Ideologien, dürften die Schrift dazu verwenden, streng kontrolliertes und zensiertes Wissen zum Allgemeingut werden zu lassen. Wenn das der Anfang der Bildung war, die aus den Büchern kam, dann ist Ray Bradburys Science Fiction Fahrenheit 451 (die Temperatur, bei der Bücher brennen) das Ende der Bildung:In diesem beklemmenden Zukunftsroman weeden alle Bücher von der Feuerwehr verbrannt. Ein paar wenige überleben, indem Hochschulprofessoren und andere Gelehrte ein Buch auswendig lernen und so das Buch in eine ungewisse Zukunft mitnehmen.
    Fazit: Bücherverbrennungen, Zeitungszensur, Beschränkung der Gedankenfreiheit werden immer versucht werden. Und immer wieder wird es Menschen geben, die das Wissen weiterverbreiten.
    TRöstlich für das Wissen, t5röstllich auch für Verlage, Autoren und die Leser!

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    • Lieber Bernhard Schindler,
      vielen Dank für Ihren lehrreichen Beitrag! Wir können nur zustimmen, Fahrenheit 451 von Ray Bradbury ist vor allem in diesem Kontext ein wichtiges Buch, das nachdenklich stimmt. Wie Thomas Carlyle bereits zu sagen pflegte: „In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit.“ – somit sind diese unabkömmlich für die Geschichte, die Gesellschaft und die Zukunft!

      Herzliche Grüße,
      Ihr novum Verlag!

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