Sternschnuppe(r)n – Teil 5

Die Figuren für ihr erstes Buch bringt Neuautorin Sana Schmid kunstvoll selbst aufs Papier. Beim Zeichnen lässt ihr der novum Verlag völlig freie Hand, sie selbst verfolgt Seite für Seite eine Linie – Im wahrsten Sinne des Wortes.

novum Verlag Garten

Wenn das Manuskript steht, die Geschichte geschrieben und ihr Inhalt erzählt ist, ist das Buch praktisch schon gedruckt. Diesem Irrglauben zumindest unterliegen die meisten, die zum ersten Mal ein Buch veröffentlichen. Sana Schmid, der Neuautorin und kreativen Feder hinter dem märchenhaften Kinderbuch „Die Sterne des Tages“, war hingegen schon nach Unterzeichnung des Verlagsvertrags beim novum Verlag klar, dass der Prozess der Publikation von einem ständigen Geben und Nehmen geprägt ist.

Geben musste die Neuautorin vor allem viel im Hinblick auf die bildliche Gestaltung des Buchs, die sie im wahrsten Sinne des Wortes von Seite Eins an selbst in die Hand nahm. Zwar stellt der novum Verlag seinen Schreiberlingen auf Wunsch professionelle Illustratoren zur Verfügung. Schriftsteller, denen mehr das Schreiben als das Zeichnen in den Fingern liegt, können sich vorab mittels Arbeitsproben ein Bild vom Zeichenteam des Verlags verschaffen. Ihre Wunder vollbringt die Kunstgilde aber erst nach persönlicher Kontaktaufnahme und dem Gedankenaustausch mit den Autoren. Das intime Verhältnis, das sich in diesem konstruktiven, künstlerischen Schaffensprozess manifestiert, bleibt bis zum letzten Pinselstrich bestehen. Erst dann erfolgt die Honorarabrechnung zwischen Zeichnern und Autoren, die für eine realistische Kostenkalkulation einen Leitfaden vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen.

Skizzen zeichnen
Sana Schmid
, die außer Germanistik auch Kunst studiert und sich darüber hinaus auch in der Bildhauerei kreativ verwirklicht hat, hauchte ihren Figuren aber auf Wunsch selbst Farbe ein: „Ich habe öfters mit dem Gedanken gespielt, jemand anders die Zeichnungen anfertigen zu lassen. Jedoch hatte ich von 2012 bis 2015 das Glück, eine Lehre der Bildhauerei machen zu können. Ich hatte gute Lehrer und sie bestärkten mich in meinem Können.“ Gesagt, gezeichnet, machte sich Sana Schmid nach kurzer Übereinkunft mit dem Verlag und ihrer persönlichen Betreuerin und Wegbegleiterin Tanja Ferscha inspiriert ans künstlerische Tagwerk.

Bei ihren Zeichnungen und Skizzen überließ der feinsinnige Freigeist nichts dem Zufall. Sana Schmid verfolgte für alle zwölf Zeichnungen nicht nur sinngemäß eine Linie. Um Baumgeist Arischimbo, Grashüpfer Tiku und Marienkäfermädchen Fabula stimmig aufs Papier zu bringen, bediente sich die versierte Künstlerin einer ganz speziellen Zeichentechnik, der sogenannten Einlinienzeichnung. Die Technik, bei der ein ganzes Bild mit nur einer, durchgehenden Linie gezeichnet wird, wandte seinerzeit schon Picasso an. Gelernt hat Gesellin Sana bei Meister Marko Pogacnik. Der slowenische Bildhauer, Schriftsteller und Geomant schulte Sana in der Kunst der steten Linienführung. Anders als das Schreiben räumt die Einlinientechnik ihrem Ausführer keine kreativen Pausen ein. Setzt man den Stift während des Zeichnens ab, muss man mit dem Bild wieder von vorne anfangen: „Das Zeichnen fühlte sich an, als würde ich über ein Seil balancieren. Wenn ich stockte, war der Schwung dahin und ich musste wieder von neuem beginnen. Meine Zeit war immer recht knapp bemessen. Somit war es ein Glück, dass der Balanceakt meistens gelungen ist!“

 

Seerosen novum VerlagSana hatte aber vom ersten Strich an eine fixe Idee der Linienführung im Kopf. Da sie die Figuren für ihre Kindergeschichte schon seit der ersten Skizze im Kopf und auch im Herzen trug, brauchte sie die Bilder praktisch nur von ihrer Vorstellung abzupausen. Ein weiterer Grund, warum die Neuautorin die Illustration durch den Verlag von vornherein abgelehnt hatte. Eine fremde Feder hätte die Figuren nie nach ihrem wahren Abbild aufs Papier bringen können.

Der novum Verlag setzte aber durchaus an anderer Stelle den Stift an. So brachte der Verlag beispielsweise konstruktive Kritik zur Zierleiste ein. Und auch Sanas Korrekturwünsche für die Grafikabteilung und ihr Urheberrecht wurden sensibel berücksichtigt.

Illustrationen novum Verlag neuIhrem Stil blieb Sana bis zur letzten Seite treu. So setzte sie mit der Zeichentechnik konsequent ein Zeichen, das sich wie ein graphitfarbener Faden durch die Geschichte zieht. „Pogacnik und Picasso wollten mit der Einlinientechnik zum Ausdruck bringen, wie wir das Innere der Dinge wahrnehmen, wie es auf uns wirkt und was wir dabei spüren. Kinder haben ein noch sehr ursprüngliches, unberührtes Innenleben, weshalb diese Art der Zeichnung ansprechend auf sie wirkt. Auch inspirieren alle Arten von Einlinienzeichnungen zum Nachahmen. Und meine Leser und Leserinnen mit meinem Werk zu inspirieren, ist schließlich einer meiner grundlegenden Gedanken! Des weiteren möchte ich mit Hilfe der Einlinienzeichnungen die Aussage des Buchs, dass alles miteinander durch unsichtbare Fäden verbunden ist, anschaulich machen.“

Folgt man Sanas geradlinigen Gedanken, so fühlt man sich fast ein wenig an Schmetterlingsdame Bellinda, einer liebevollen Figur aus „Die Sterne des Tages“, erinnert, die tief beeindruckt den Ideenreichtum von Grashüpfer Tiku bewundert.

 

„Neugierig umflatterte Bellinda die komplizierte Konstruktion. „Ich beobachte dich schon eine ganze Weile, doch ich komme nicht dahinter, was du damit tun willst.“„Es ist noch lange nicht fertig. Da kannst du natürlich nicht sehen, wie es funktionieren wird. Aber ich habe alles im Kopf.“
„Im Kopf? Wie passt denn da so was Großes rein?“ „Ich meine, dass ich alles genau vor mir sehe, wie es werden soll.“ „Echt?!“ Nun war es an Bellinda, die Tiku bewundernd betrachtete. Wie konnte man sich nur so viel ganz genau vorstellen? Dazu musste man doch einen riesigen Kopf haben! Sie beschloss, dass Tiku einen unsichtbaren Kopf um den kleinen herum haben musste.
Von dieser Vorstellung fasziniert, erwachte in ihr der Wunsch, den Grashüpfer besser kennen zu lernen.“

 

Einen ersten exklusiven Einblick in Sanas Zeichenkunst gewähren wir hier:

Die Sterne des Tages (c) Sana Schmid

© Sana Schmid

Fortsetzung folgt! Erfahren Sie im nächsten Teil unserer Reportage, wie Sana Schmid ihre Wörter vertrauensvoll und die Hände des novum Verlag Lektorats legt und welches Resultat dabei herauskam!

Sie möchten auch Autor werden? Lesen Sie hier, wie es funktioniert!

Ihr novum Verlag,

Lassen sie Ihrer Tastatur freien Lauf!


Zur Autorin:

Sana Schmid, geb. am 19. September 1970, studierte Germanistik und Kunst an der Universität Wien, bildete sich in den Bereichen Shiatsu, pädagogisch in der Kindergruppenbetreuung und kreativ in der Bildhauerei fort und ist in allen drei Feldern berufstätig. 2003 begann sie mit dem Schreiben ihres ersten Buchs, das sie 2005 vollendet und in den letzten zehn Jahren fünf Mal überarbeitet hat. Im Frühjahr 2015 hat Sana Schmid beschlossen, den Weg der Publikation gemeinsam mit dem Novum Verlag zu gehen und ihr Kinderbuch „Die Sterne des Tages“, nach zehn Jahren nun zu veröffentlichen.

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