Sternschnuppe(r)n – Teil 2

Vom Manuskript zum Verlagsvertrag – Begleiten Sie Neuautorin Sana Schmid bei ihren ersten Schritten in die Welt der Bücher.

Herr Bader

„Bücher sind unsere Welt“, verkündet der Teppich, der vor den Türen des novum Verlags für seine Autoren ausgerollt wird. „Meine auch“, flüstert Sana, die vom literarischen Läufer des Verlags bestärkt, ihre ersten Schritte ins Verlagswesen wagt.

Als wir nach einer knapp einstündigen Fahrt voll von guten Gedanken, Geschichten und Gesprächen endlich in Neckenmarkt ankommen, liegt Spannung in der Luft. Sana Schmid, die auf der Autoreise von Wien ins Burgenland redselig geworden war, wirkt plötzlich wieder schweigsam. Wie sie uns erzählt hat ist es eine weitaus weitere Reise bis zu den Pforten des Verlags, der nun ihr Buch, „Die Sterne des Tages“, veröffentlichen soll, gewesen. Zwischen der Kinderbuchautorin in spe und ihrem Buch liegen nicht nur rund 100 Kilometer Wegstrecke sondern Jahre, um genau zu sein, ein ganzes Jahrzehnt.

bücher sind unsere welt
Ein Jahrzehnt, in dem sie ihre Geschichte immer wieder weitererzählt, anders erzählt, neu erzählt hat. Seit 2005 habe sie ihr Kinderbuch „Die Sterne des Tages“ nicht weniger als dreimal zu veröffentlichen versucht – mit mäßigem Erfolg, wie mir die bescheidene Schriftstellerin noch kurz vor der Ankunft im Auto anvertraut hat. Nachdem ich die Ehre hatte das Buch bereits lesen zu dürfen, ist mir klar, dass die verschwindend geringen Verkaufszahlen nicht etwa am mangelnden Talent liegen. Viel mehr ist es die fehlende Profession im Verlagswesen, die Sana Schmid am Versuch sich selbst zu vermarkten, scheitern ließen. „Die Geschichte zu schreiben, sei eine Hürde“, so die 44-jährige Autorin an meiner Seite, „sie hingegen zu vermarkten, eine ganz andere“.

Dabei hat die studierte Germanistin bei der Bearbeitung des Buchs nichts dem Zufall überlassen. So hätten viele Freunde und Verwandte zwischen acht und 90 Jahren das Buch gelesen, um ihr Feedback und Verbesserungsvorschläge zu geben. Kritik habe sie von jeder Altersgruppe angenommen, immerhin sei dies ein wichtiger Schritt, um eine Geschichte zu perfektionieren. „Hier hat mich vor allem interessiert, wie das Buch auf die jeweils verschiedenen Generationen wirkt. Es war aufregend für mich zu erfahren, was das Abenteuer meiner Figuren Fabula und Tiku in den Menschen auslöst und wie viele verschiedene Lesarten es für ein und dieselbe Handlung gibt“, so die versierte Schriftstellerin. Auch sie selbst habe unterschiedliche Zugänge zu ihrem Buch gesucht. „Mit einem Buch verhält es sich wie mit einem Bild. Man muss es malen, dann muss man es ruhen lassen. Erst nach einiger Zeit kann man wieder einen Blick aus einer unbefangenen, unbeschwerten Perspektive auf das Kunstwerk werfen, um es schließlich stimmig zu vollenden“, hatte mir die Bildhauerin den kreativen Schaffensprozess im Auto beschrieben.

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Nach diesem sehr persönlichen Gespräch kann ich gut nachvollziehen, warum die Autorin nun eher zögernd den Weg ins Verlagshaus sucht. Doch nach der ersten Kontaktaufnahme mit dem novum Verlag, der sie umgehend mit Erstinformationen für Neuautoren versorgt hatte, fühlte sie sich in ihrer Entscheidung bestätigt. „Bislang hatte ich nur negative Rückmeldungen von der Verlagsbranche bekommen. Der Novum Verlag war der erste, der mich unaufgefordert mit Tipps zum Schreiben, Buchmarketing und zur Manuskripteinreichung, Beratungsadressen sowie Broschüren mit Reportagen und Büchern zu Verlagsautoren bedient hat“, schildert Sana Schmid die ersten Annäherungsversuche an den novum Verlag.

Ob sie sich der entgeltlichen Dienstleistungen des Verlags von Anfang an bewusst gewesen wäre, frage ich Sana nach ihrer positiven Schilderung. „Natürlich war mir klar, dass beim Novum Verlag Kosten für die Vermarktung, das Lektorat oder auch den Vertrieb fällig werden würden. Da es aber über den herkömmlichen Weg nicht geklappt hat, war ich bereit, einen neuen einzuschlagen. Ich hatte die Wahl, mein Buch in der Schublade verstauben oder von einem Verlag veröffentlichen zu lassen. Außerdem sehe ich nichts Verwerfliches darin, Geld in professionelles Service zu investieren. Ich habe viel kreative Arbeit in mein Buch gesteckt, warum soll ich dann bei seiner Veröffentlichung sparen? Und da ich weder von Marketing, Distribution noch dem Druck an sich viel verstehe, war es für mich kein Problem, mich für Unterstützung an einen Profi zu wenden“, vertritt Sana Schmid ganz klar ihren Standpunkt.

Nachdem sie sich in den beiden Verlagsmagazinen Litterarius und Buchland schlau gemacht und sich in die Tipps zur Manuskripteinreichung und zum Verfassen eines Exposés eingelesen hatte, beschloss sie ihre Geschichte gleich per Email an den Verlag zu schicken. Schon nach wenigen Tagen erhielt sie positive Rückmeldung und eine Einladung zu einem Erstgespräch im Verlag.

Und jetzt, kurz vorm großen Moment, bin ich sicher, dass nicht nur ich mich an Sanas Hauptfiguren, das Marienkäferkind Fabula und ihren Grashüpferfreund Tiku, die sich mutig zu einem großen Abenteuer aufmachen, erinnert fühle:

„Du, Fabi, die Riesensteine müssen noch schrecklich weit weg sein. Wir können sie noch nicht einmal sehen! Wie sollen wir es jemals so weit schaffen?“, fragte Tiku erschöpft zwischen zwei Bissen. „Ich weiß es nicht, aber ich glaube fest, dass wir es schaffen werden. Morgen, wenn du ausgeschlafen bist und neue Kräfte hast, wirst du es auch wieder für möglich halten““, redete ihm Fabula gut zu. Bald darauf fielen den zwei Reisenden die Augen zu und sie wanderten im Land der Träume weiter.“

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Im Land der Träume muss sich auch Sana fühlen, als uns die Verlagsmitarbeiter mit herzlicher, burgenländischer Lebensart im Verlag Willkommen heißen. Helle Räume, prall gefüllte Bücherregale, ein unentwegtes Tastaturtippen im Hintergrund und Panoramablick auf einen Garten Eden – ein Paradies für Schriftsteller offenbart sich uns, als wir uns den Weg zu Verlagsinhaber Wolfgang Bader bahnen. Kurz vor der Tür zu seinem Büro hält Sana noch einmal kurz inne und wirft einen fragenden Blick auf mich. Ich nicke. Mehr muss nicht gesagt werden. Wir verstehen uns auch ohne Worte.

Und noch bevor erste Selbstzweifel aufkommen können, öffnet uns Wolfgang Bader mit einem breiten, sympathischen Lächeln die Tür zu seinem Arbeitsplatz und in die Welt der Bücher. Sofort sticht mir ein kleiner Papierstapel ins Auge, auf dem in schwarzen, großen Lettern der Titel „Verlagsvertrag“ zu lesen ist. Plötzlich schlägt auch mir das Herz bis zum Hals und helle Vorfreude erfüllt mich, als ich in Sanas Schlepptau den Raum betrete und mich in die Welt der Bücher, die Welt des novum Verlags, begebe.

Sana SchmidFortsetzung folgt! Erfahren Sie in Teil 3 unserer Reportage, wie Sana Schmid den Stift zur Vertragsunterzeichnung ansetzt und sich anschließend im wahrsten Sinne des Wortes entspannt zurücklehnt!

Sie möchten auch Autor werden? Lesen Sie hier, wie es funktioniert!

Ihr novum Verlag,

Lasst Eurer Tastatur freien Lauf!


Zur Autorin:

Sana Schmid, geb. am 19. September 1970, studierte Germanistik und Kunst an der Universität Wien, bildete sich in den Bereichen Shiatsu, pädagogisch in der Kindergruppenbetreuung und kreativ in der Bildhauerei fort und ist in allen drei Feldern berufstätig. 2003 begann sie mit dem Schreiben ihres ersten Buchs, das sie 2005 vollendet und in den letzten zehn Jahren fünf Mal überarbeitet hat. Im Frühjahr 2015 hat Sana Schmid beschlossen, den Weg der Publikation gemeinsam mit dem Novum Verlag zu gehen und ihr Kinderbuch „Die Sterne des Tages“, nach zehn Jahren nun zu veröffentlichen.

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