Sternschnuppe(r)n – Teil 1

Von der Idee zum Buch. Begleiten Sie Kinderbuchautorin Sana Schmid von der ersten Zeile bis zum ersten Band.

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„Arimischimbo lebte in einem Baum. Es war das, was den Baum fühlen ließ“, hallte die erste Zeile von „Die Sterne des Tages“ in meinen Gedanken wider. Immer und immer wieder hatte ich diesen Satz im Geiste wiederholt, damit ich ihn an jenem Tag, an dem ich auf die Person treffen würde, die ihn geboren hatte, mit ihr in stimmigen Einklang bringen könnte. „Was muss das für ein Mensch sein“, hatte ich mich gefragt, „der mit nur zwei Sätzen ein ganzes Leben ausdrückt?“

Und so mustere ich Kinderbuchautorin in spe, Sana Schmid, schließlich mit unverhohlener Neugierde, als sie an jenem bedeutungsschweren Tag mit uns im Auto Richtung Burgenland fährt. Sie blickt nachdenklich in das wolkenverhangene Wetter, das gerade dabei ist, einer freundlichen Sonne zu weichen, als ich all meinen Mut zusammen nehme, um sie zu fragen, was sie dazu bewogen hat, ihr Kinderbuch ausgerechnet jetzt und nicht schon eher zu veröffentlichen. Für einen kurzen Moment des Schweigens befürchte ich, dass ich der Frau neben mir, die sich irgendwo zwischen Himmel und Erde in ihren Gedanken verloren zu haben scheint, keine Antwort entlocken werde. Doch eine ewige Sekunde später schon bedenkt sie mich mit einem Lächeln, das von tiefem Verständnis zeugt, und beginnt zu erzählen.
Das Schreiben, so Sana, sei ein langer Prozess. Die Intention, ein Buch zu schreiben, habe schon immer bestanden. Auch die Geschichte sei immer schon in ihr gewesen. Nur der Moment, bis sie sich zeigen wollte, habe ein wenig auf sich warten lassen.

Während Sana erzählt, wird mir klar, dass nur sie und kein anderer Mensch jemals eine Geschichte wie „Die Sterne des Tages“ hätte schreiben können. Zugegeben, die 44-jährige wirkt still, verträumt, ein wenig verhalten gar. Nach kurzem Zuhören aber schon wird deutlich dass die Schriftstellerin einfach nur überaus überlegt ist. Nicht eine ihrer Antworten verpufft in belanglosen Banalitäten. Und mit einer Hitzewallung, die nicht sicher von der Sonne, die sich inzwischen tapfer ihren Weg durch die Wolkendecke bahnt, stammt, wird mir bewusst, dass ich einer in sich ruhenden Quelle tief bewegter Weisheit gegenüber sitze.

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Sana erzählt weiter und während wir uns der kleinen Gemeinde Neckenmarkt nähern, fliegt die Zeit fast so wie die Hauptfiguren in Sanas Geschichte, Tiku und Fabula. Wie ein Buch, dessen Bindung man aufschlägt, öffnet sich mir die Autorin plötzlich. Ich ahne bald auch zu wissen, warum. Das Leuchten in Sanas Augen verrät mir, wie sehr die Blüten ihrer Fantasie sie beflügeln und gleichzeitig, woher das poetische Knospen rührt. Spricht sie erst von ihrem Buch, taut Sana auf. Zweifel an diesem Gedanken bringt sie, gefragt nach ihrer jahrelangen Zurückhaltung die Publikation betreffend, zum Schmelzen: „Dinge, die mir wirklich wichtig sind oder von mir ganz innen drinnen kommen, fallen mir am schwersten hinauszutragen, wo ich sie doch lieber still und heimlich für mich behalten würde.“

Man will es ihr gern glauben, lauscht man der Erzählung eine Weile. Ganze zehn Jahre lang habe sie gebraucht, um den Schritt zur Buchveröffentlichung zu wagen. Zwischen 2003 und 2005 hatte die Dreifachmutter an ihrem Buch gebastelt. Inspiriert von den Gedanken ihrer Kinder, die diese bei einem Familienausflug zur Burgruine Dürnstein zum Ausdruck brachten, begann sie an Handlung und Hauptfiguren zu feilen. „Ich weiß noch, dass sich damals ein Kind zu uns gesellte und uns ein Stück begleitete. Ich hörte die Kinder vom Fliegen reden und da wurde mir bewusst, dass es einen Gedanken gibt, der uns Menschen alle von klein auf verbindet, einen Wunsch, den wir von Kindheit an in uns tragen – den Wunsch, fliegen zu können.“

Von der Idee im wahrsten Sinne des Wortes beflügelt, begann Sana ihr Buch zu schreiben. Immer wieder hält sie inne, lauschend nach Inspiration. Doch es scheint, als wäre die Zeit reif für „Die Sterne des Tages“, denn die Poesie fliegt der Künstlerin mit einem Mal nur so zu: „Irgendwie begann sich die Geschichte mit meinem ganzen Leben zu verweben. Ich musste kaum Recherche betreiben, es war so, als würde alles um mich in einer Frequenz schweben. Was ich brauchte, zog ich an. Es erinnerte mich fast ein wenig an Fritjof Capra und sein „Lebensnetz“, das von einem ganzheitlichen Ansatz und von einem Gesamtzusammenhang zwischen den Systemen, den Dingen, den Menschen ausgeht.“

Nach zwei Jahren künstlerischen Schaffens fließt schließlich die letzte Zeile aus ihr. Dennoch sollte es noch zehn Jahre, fünf Überarbeitungen, Mut zu sich selbst und zu den Dingen brauchen, bis Sana Schmid ihren Weg zum Novum Verlag findet. Zwar haben Sana sowie Freunde, Verwandte und Bekannte die Geschichte immer wieder gewissenhaft durchforstet. Dennoch lassen vor allem enttäuschende Reaktionen verschiedener Verlage Zweifel aufkommen und die Vorsicht wachsen: „Man hat viel investiert und ein Kunstwerk geschaffen. Die Angst, dass jemand anderer Kapital aus der eigenen Kreativität schlagen will, ganz egal zu welchem Preis, ist da natürlich vorhanden.“

So schlummert die Erzählung zehn Jahre dahin, bis Sana beschließt, sie gemeinsam mit dem Novum Verlag aus ihrem Schlaf zu wecken. Zum Träumen sei genug Zeit gewesen, nun läge es an ihr, diese auch wachzurütteln. Doch auch wenn es Verlage gab, die ihr ein gegenteiliges Zeugnis ausstellten, so befand Sana, dass es an der Zeit wäre, die Veröffentlichung selbst in die Hand zu nehmen. Und so schickte sie nach reiflicher Überlegung ihr Manuskript zum Novum Verlag, der Sana zu einem Erstgespräch einlud, um ihr Kunstwerk von Neckenmarkt aus mit der Welt zu teilen.

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Ich hänge immer noch an Sanas Lippen, als das Auto zum Stehen kommt. Ich erwache wie aus einem Traum, starre aus dem Fenster und mitten in eine Idylle, die zum Kennenlernen einlädt. Inzwischen zeigt auch die Sonne ihr strahlendstes Gesicht und ich frage mich, ob es Zufall ist, dass der Novum Verlag sich in Österreich das Bundesland mit den meisten Sonnenstunden im Jahr zu seinem Sitz auserkoren hat. Und so machen wir uns im Rampenlicht der Sonne auf und klopfen an die Tür.

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Lesen Sie nächstes Mal, wie ein Erstgespräch im Novum Verlag aussieht und warum Sana am liebsten gleich bei uns geblieben wäre!

Sie möchten auch Autor werden? Lesen Sie hier, wie es funktioniert!

Ihr Novum Verlag,

Lasst Eurer Tastatur freien Lauf!


Zur Autorin:

Sana Schmid, geb. am 19. nov5September 1970, studierte Germanistik und Kunst an der Universität Wien, bildete sich in den Bereichen Shiatsu, pädagogisch in der Kindergruppenbetreuung und kreativ in der Bildhauerei fort und ist in allen drei Feldern berufstätig. 2003 begann sie mit dem Schreiben ihres ersten Buchs, das sie 2005 vollendet und in den letzten zehn Jahren fünf Mal überarbeitet hat. Im Frühjahr 2015 hat Sana Schmid beschlossen, den Weg der Publikation gemeinsam mit dem Novum Verlag zu gehen und ihr Kinderbuch „Die Sterne des Tages“, nach zehn Jahren nun zu veröffentlichen.

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