Traumfänger

Bei 797 kreativen Köpfen entzündete der Novum Verlag den Götterfunken der Freude und stellte so einen Weltrekord mit epischem Ausmaß auf.  

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Manchmal erwachte ich aus einem Traum und dachte: Das hätte schon längst geträumt werden müssen“

Wolfgang Baur

„Nie entscheidet bei einem schöpferischen Menschen, von wo er ausgegangen ist, sondern einzig, wohin und wie weit er gelangt ist“, hat Stefan Zweig einst seinen Zugang zum Stichwort „Kreativität“ kundgetan. Das schönste Beispiel für ein treffsicheres Zitat hat in diesem Zusammenhang wohl der Novum Verlag vollbracht. Während viele Menschen, meist Künstler, oft Schriftsteller, aber auch Helden des Alltags wie Sie und Ich an ihrer Kreativität zweifeln oder vergeblich danach suchen, hat der kleine Verlag im burgenländischen Neckenmarkt gewagt, von Großem zu träumen. Verlagsleiter Wolfgang Bader und sein Team glaubten fest an die gestalterische Kraft in ihren Autoren, Lesern, Freunden und Fans und weckten diese an einem Hochsommertag, schwer von Schwüle und süßen Träumen mit einem groß gedachten Wagnis.

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Als der Verlag im Juli 2007 sein zehnjähriges Bestehen feierte, wollte er, wie mit seinen zahlreich verlegten Büchern schon viele Male zuvor, etwas Bleibendes schaffen. Ein Zeichen setzen. Einfach kreativ und schöpferisch aktiv sein und wie die verlagseigene Druckerei Inspiration im Printformat zutage fördern. Weil aber weder der Verlag für sich, noch die Autoren ohne dessen erfrischenden Glauben an sie, je derart literarische Erfolge hätten verzeichnen können, wollte man auch diesen Weg nicht als Einzelgänger, sondern gemeinsam mit den kreativsten Köpfen der Gegend beschreiten.

Und so kam es, dass der Novum Verlag im Juli 2007 ein Sommerfest veranstaltete, in dessen Rahmen ein Weltrekord gebrochen werden sollte. Passenderweise galt es, eine literarische Disziplin zu knacken. „Most people to write a story“ lautete die Kategorie, die den Gästen der Feierlichkeiten am 15. Juli 2007 quasi Kreativität auf Knopfdruck abverlangte. Der Novum Verlag half ausschließlich mit einer einleitenden Kurzgeschichte auf die Sprünge, der Rest an Ideen floss aus den Köpfen, Fingern und Federn der Besucher. Zwar war schon die Aufgabe, aus vielen verschiedenen Skripten eine Geschichte zu schreiben, eine schwere. Die eigentliche Herausforderung bestand aber darin, den kreativen Geist in jedem spontan selbst ernannten Schreiberling wachzurütteln. Doch wie es schon Schriftsteller und Zeit Journalist Harald Martenstein, gefragt nach guten Texten, Kreativität und Selbstkritik, so treffend auf den Punkt gebracht hat: „Geh ins Risiko!“

Gesagt, getan und so beherzigte der Novum Verlag den Rat für risikofreudige Schriftsteller und legte seinen Gästen an besagtem Tag nicht mehr als eine Hand voll Worte vor. Mit einer Kurzgeschichte über einen kleinen Bücherwurm, der sich an Buchstaben und Blattsalat gar nicht satt genug essen kann, schickte der Verlag seine Gästeschar auf eine fantasievolle Reise. So lag es an jedem Einzelnen, die Geschichte des kleinen, kulturhungrigen Würmchens um je eine Zeile zu bereichern. Geküsst von der Novum Muse und vielleicht auch dem ein oder anderen Gläschen entsandten die Gäste Novi hinaus in die Welt des Wilden Westens, des Mittelalters oder zu einer Audienz beim König. Das Produkt der Fantasie konnte sich sehen lassen. Nach gepflegtem Country-, Whiskey- und Vergnügungsparkgenuss verschlägt es den Bücherwurm wieder zurück zum Novum Verlag, wo sein handschriftlich festgehaltenes Reisetagebuch schließlich endet.

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Für den Verlag war die Reise damit aber noch lange nicht zu Ende, dieser schickte die Geschichte vom wirbellosen Büchernarr nach London, wo die Zentrale für das Guiness Buch der Rekorde beschloss, dass 797 freischaffende Künstler genug für einen Weltrekord wären. Und so gelang es dem Verlag unter dem Mitwirken hunderter inspirierter Menschen, seinem Sammelwerk in der Kategorie „Most people to write a story“ zu einem epischen Sieg zu verhelfen.

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Fast scheint es, als hätte Novum das große Geheimnis der Kreativität gelüftet, das in der Spontanität, in der Vergänglichkeit eines Moments zu liegen scheint. Denn auch Rainer Holm-Hadulla, Professor für Psychotherapeutische Medizin an der Universität Heidelberg hat in einem Zeit Interview das Phänomen Kreativität folgendermaßen beschrieben: „Oder stellen Sie sich Orchestermusiker vor: Sie haben lange geübt und geprobt, kommen dann zusammen und ordnen sich diszipliniert einem starren Ritual unter. Und dann kommt es zu einem Wunder, bei dem einem der Atem stehen bleibt“.

„Lasst Eurer Tastatur freien Lauf!“


„Novi der kleine Bücherwurm“
Novum Verlag
ISBN: 978-3-85022-437-6
14,90 Euro

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